Filter Dr. Martens
Beschreibung:
Tragen Sie Doc Martens? Das war nicht immer ein gutes Zeichen. Es gab Zeiten, da waren die Doc Martens berüchtigt, und um ihre Träger machte man besser einen großen Bogen. Doch der Reihe nach!   Es war tatsächlich ein deutscher Arzt, der die Doc Martens erfunden hat. Eigentlich müssten sie deshalb nach ihrem Erfinder Dr. Martens heißen. 1945 konstruierte er die ersten Prototypen, wenige Wochen nach Kriegsende. Als Material dienten Restbestände aus der deutschen Luftwaffe und der Armee. Seine Idee: Weg von den harten und unbequemen Ledersohlen der bisher üblichen Sicherheitsstiefel und hin zu biegsamerem und bequemerem Schuhwerk. 1947 wurde eine Fabrik in München eröffnet. Das bequeme Schuhwerk wurde sehr schnell populär. Schon 1950 gab es über 200 verschiedene Ausführungen, und obwohl es sich um Arbeitsschuhe handelte, wurden sie vorwiegend von Frauen über 40 gekauft. Sie wussten eben, was bequemes Schuhwerk bedeutete, und gegen modische Vorgaben war diese Käufergruppe weitgehend resistent.   Um die robusten Doc Martens gab es natürlich auch Gerüchte. Gibt es eine lebenslange Garantie auf die Doc Martens? Offiziell handelt es sich hier tatsächlich um ein Gerücht. Tatsächlich soll es aber eine solche Garantie unter bestimmten Bedingungen und nur für bestimmte Produkte geben. Doch sind diese Doc Martens nicht im üblichen Handel erhältlich.   Werden die Doc Martens hauptsächlich von Golfspielern benutzt? Auch das ist ein Gerücht. Wenn von Sechs – Loch, Acht – Loch oder Vierzehn – Loch die Rede ist, dann sind damit nicht die Ziele für den Golfball gemeint. Man zählt lediglich die Ösenlöcher für die Schuhriemen. Und das können bei Doc Martens eine ganze Menge sein. Denn bei Soldaten und Polizisten geht es gelegentlich auch einmal in das Gelände, und da hat ein hochgeschlossener Doc Martens unbestritten seine Vorteile.   Die in den frühen 1960er Jahren betriebene Werbung in speziellen internationalen Schuhkatalogen fand auch ihren Weg nach Großbritannien. Dort wurde der Geschäftsführer eines britischen Schuhherstellers, der R. Griggs & Co. In Wollaston in der Grafschaft Northhamptonshire, auf die Doc Martens aufmerksam. Er erwarb die Lizenz für die Produktion der Doc Martens und „anglisierte“ das Produkt. Das Design wurde konservativer, da die Doc Martens als Arbeitsstiefel vermarktet werden sollten. Die weiche Sohle wurde AirWair genannt, und dazu kam noch der kräftige gelbe Nähfaden, der den Schaft mit der Sohle verband.   Der erste britische Doc Martens erschien am 1. April 1960 und wurde demgemäß zum Modell „1460“; acht Löcher und das ochsenblutfarbene weiche Leder waren das charakteristische Design für die ersten Doc Martens, die es auch heute noch gibt. Sie wurden schnell populär bei Menschen, die viel beruflich zu Fuß unterwegs waren: Postboten, Soldaten, Polizisten und Fabrikarbeitern. Schnell kam auch ein Schuh mit drei Löchern auf den Markt, der besonders bei der Post beliebt war. Bequem und strapazierfähig, mit unempfindlicher und gegen Öl, Benzin und Säuren resistenter Sohle, mit einem gewachsten und deshalb Wasser abweisenden Schaft wurden sie bald zum Kennzeichen der Arbeiterklasse. Und als dann noch Tony Benn auf die Doc Martens setzte, war der Durchbruch in der Szene geschafft. Der Doc Martens ist kein Modeschuh, aber ein Statussymbol.   Übrigens wird er nicht nur als Doc Martens bezeichnet. In Deutschland, ist er auch als Dr. Martens bekannt. Und in England kürzt man die Marke Doc Martens gerne einfach mit Docs oder DM ab.   Kultstatus erreichten die Doc Martens Mitte der 1960er, als die Skinheadszene auf sie aufmerksam wurde. Als Sicherheitsstiefel waren die Doc Martens auch mit Stahlkappe zu haben – eine gefürchtete Waffe bei den teilweise extrem aggressiven und brutalen Skinheads, vor allem, wenn sie, sie auch noch mit Stacheln „verzierten“.   Doch auch in weniger aggressiven Szene-Bewegungen gewannen die Doc Martens an Beliebtheit. Vor allem die hohen Stiefel ab 10 - Loch aufwärts hatte es den Jugendlichen angetan. Das war wirklich etwas nicht Alltägliches; damit konnte man wirklich auffallen und die Umgebung beeindrucken. Doch hat der Erfolg in derartigen Bereichen auch seine Schattenseiten. Andere Bevölkerungsgruppen kaufen bewusst keine Doc Martens, auch wenn sie, sie wegen ihrer Bequemlichkeit gerne tragen würden. Das führte schließlich auch dazu, dass der Verkauf der Doc Martens mehr und mehr zurückging. 2003 schließlich kam das Aus für die britische Schuhproduktion dieser Marke. Die Fabriken wurden geschlossen, die Produktionsanlagen komplett nach Fernost verkauft. Es gab zwar weiterhin die Doc Martens, aber nicht mehr mit dem charakteristischen Schriftzug „Made in England“. Für die nächsten Jahre sollten sie ausschließlich in Vietnam, China und Thailand produziert werden.   Ob darunter die Qualität der Doc Martens zu leiden hat? Der bequeme Aufbau des Schuhs ist erhalten geblieben. Und auch wenn die Sohle etwas heller sein sollte oder ein anderes Leder verwendet wird, dann dürfte das eigentlich kein Grund sein, auf bequemes Schuhwerk zu verzichten.   Seit 2007 gibt es allerdings wieder „echte“ Doc Martens aus englischer Produktion. Natürlich sind dies etwas teurer als die Doc Martens aus der Produktion in Fernost. Aber man kann eben wieder echte Doc Martens kaufen.   Doc Martens – ein Kultschuh. Aber bequem und alltagstauglich, und auch nicht mehr nur als Arbeitsschuh oder Sicherheitsstiefel zu haben. Zwar dominieren nach wie vor die hohen Stiefel, und da der Doc Martens kein Modeschuh ist, der ständig in immer neuen Kollektionen erscheinen muss, ist die Auswahl nicht so riesig wie bei ausgesprochenen Modemarken. Dafür erhält man aber einen Doc Martens mit der typischen Doc Martens Luftpolstersohle und mit der charakteristischen gelben Naht. Sogar der „1460“ ist heute ein gängiges und beliebtes Model und wird häufig und gern gekauft.   Neben dem in verschiedenen Varianten angebotenen typischen hohen Schnürstiefel gibt es noch weitere Modelle, die ebenfalls durch Qualität, Bequemlichkeit, Langlebigkeit und Design überzeugen. Dazu zählen inzwischen Stiefel, Halbschuhe und Sandalen, auch solche mit hohen Absätzen. Denn ebenso wie zu Beginn ist der Doc Martens nicht nur bei den Herren beliebt, sondern auch bei den Damen. Dazu noch eine Anmerkung: Viele Doc Martens sind für Damen und Herren gleichermaßen geeignet. Man muss nur darauf achten, dass man sie in der passenden Größe findet. „Unisex“ nennt sich diese Eigenschaft, die natürlich bei einem Modeschuh nicht zu finden sein würde. Aber bei Doc Martens ist der Partnerlook beim Schuhwerk tatsächlich möglich.
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